Ulrike Königshofer
Darja Shatalova
DOUBLE TAKE

20. März - 6. Mai 2026

Opening reception: Do / Thu, 19.03.2026, 18.00 - 21.00

DOUBLE TAKE zeigt Arbeiten zweier Künstlerinnen, die sich – unter anderem – im Bereich Art and Science etabliert haben: Wandskulpturen und ein freistehendes Objekt von Darja Shatalova werden einer Reihe fotografischer Arbeiten von Ulrike Königshofer gegenübergestellt.

Jeder kennt die eindrucksvollen Darstellungen Schwarzer Löcher. Die Wahrnehmung trügt allerdings: Es handelt sich dabei nicht um Fotografien, sondern Übersetzungen unterschiedlicher Daten in sichtbares Licht. Da der Bildgegenstand selbst kein Licht abgibt, kann er per Definition weder mit dem Auge gesehen noch von einer Kamera erfasst werden. Ulrike Königshofers Serie Holes of Light setzt sich mit dieser Grenze der Darstellbarkeit auseinander: Auf Basis wissenschaftlicher Modelle baut sie Schwarze Löcher als räumliche Objekte nach und fotografiert den Prozess auf der Werkbank. Auf diese Weise entstehen letztlich doch Lichtbilder dieser Himmelskörper.

Wenn wir den Himmel betrachten, sehen wir Farbe – obwohl er nur aus transparenter, farbloser Luft besteht. Seine Farbigkeit entsteht erst durch die Brechung des Sonnenlichts, ähnlich einem Regenbogen, und hängt unmittelbar von der Position zum Betrachtenden ab. Zwei bisher unbekannte Diptychen aus Königshofers erfolgreichem Fotozyklus On the Other Side of the Sky zeigen Ansichten des Himmels, die zeitgleich an zwei entfernten Orten (Wien/Triest) aufgenommen wurden, die Kameras jeweils aufeinander ausgerichtet. Geografische Koordinaten und Uhrzeiten (18:55 und 19:30) sind auf den Fotografien vermerkt.

Die Werke von Darja Shatalova basieren auf Sammlungen analoger Daten. Unterschiedliche Datensätze werden in einem aufwendigen händischen Prozess ausgewertet und verarbeitet. Anschließend transformiert die Künstlerin das Material, indem sie Zeichenebenen trennt, neu kombiniert sowie räumlich und grafisch erweitert. So entstehen Serien, die auf ihre Datengrundlagen verweisen und zugleich als autonome ästhetische Objekte bestehen.

In der aktuellen Ausstellung sind serielle Arbeiten zu sehen, denen das Prinzip der Transformation besonders deutlich zugrunde liegt. VG-TF 3.1, 3.2 & 3.3 basieren auf der Arbeit Vorübergehend von Darja Shatalova, für die Besucher:innen mittels einer codierten Zeichensprache analog erfasst wurden. I2HDNM-TF geht auf I hope he doesn't mind zurück – tägliche Notizen zu den Höhen und Tiefen einer Beziehung. Und 2^4EP-TF2 entstand aus den Aufzeichnungen der Performance Das 2^4 Erfolgsprinzip, bei der die Besucherfrequenz in einem Fahrstuhl anhand von Türfarben dokumentiert wurde.

Die Ausstellung DOUBLE TAKE verhandelt damit Sichtbarkeit und Übersetzung – vom Kosmischen ins Fotografische, vom Persönlichen ins Räumliche. Sie macht erfahrbar, wie Daten, Wahrnehmung und Wirklichkeit ineinandergreifen.

 

DOUBLE TAKE features works by two established artists in the fields of Art and Science. Darja Shatalova's wall sculptures and a freestanding object are juxtaposed with Ulrike Königshofer's series of photographic works.

Most people are familiar with impressive images of black holes. However, perception can be deceptive. These images are not photographs but rather translations of various data into visible light. Since black holes do not emit light, they cannot be seen with the naked eye or captured by a camera. Ulrike Königshofer's series Holes of Light addresses this limit of representability. Based on scientific models, she recreates black holes as spatial objects and photographs the process on the workbench. Ultimately, this allows for the creation of photographs of these celestial bodies.

Even though the sky consists only of transparent, colorless air, we see color when we look at it. Its colorfulness arises through the refraction of sunlight, similar to a rainbow, and depends on the observer's position. Two previously unknown diptychs from Königshofer's successful photo series, On the Other Side of the Sky, show simultaneous views of the sky taken at two distant locations (Vienna and Trieste), with cameras aligned to capture the images. The photographs include the geographical coordinates and times (6:55 p.m. and 7:30 p.m.).

Darja Shatalova's works are based on collections of analog data. She evaluates and processes different data sets in a complex manual process. The artist then transforms the material by separating, recombining, and spatially and graphically expanding layers of symbols. The result is a series that refers to its database while existing as an autonomous aesthetic object.

The current exhibition features works in a series that clearly demonstrate the principle of transformation. VG-TF 3.1, 3.2, and 3.3 are based on Darja Shatalova's work Vorübergehend (Temporary), in which visitors were recorded using a coded sign language. I2HDNM-TF is based on I Hope He Doesn't Mind, daily notes on the ups and downs of a relationship. 2^4EP-TF2 was created from recordings of the performance Das 2^4 Erfolgsprinzip (The 2^4 Principle of Success), which documented visitor frequency in an elevator using door colors.

Thus, the exhibition DOUBLE TAKE deals with visibility and translation - from the cosmic to the photographic and from the personal to the spatial. It allows visitors to experience how data, perception, and reality intertwine.
 

During ongoing exhibitions:
Tue - Fr: 13.00 - 18.00
Sat: 11.00 - 15.00
and on request

 

Getreidemarkt 14
A-1010 Wien / Austria
T: +43 699 10681871

office[a]agnesreinthaler.comt

Please note that we are not accepting unsolicited artist submissions.

UID: ATU66256008
FN 357375b
 

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